"Baustelle" Hund - Vom Umgang und Leben (lernen) mit einem "gebrauchten" Hund.
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Zwei unterschiedliche Arten - Hund und Mensch - gehen eine Bindung ein, die so tief ist und die so von gegenseitigem Verstehen geprägt sein kann, wie es dies sonst nirgendwo in der Natur zwischen zwei verschiedenen Arten gibt. (aus: So sag ich's meinem Hund von Yvonne Kejcz)


Über mich

Mit Panda auf "Jagd" - er sucht im Laub verstreute Futterstücke, ich Bucheckern. Meinen ersten, eigenen Hund erhielt ich Mitte der 90er von einem Bauernhof: ein Unfallwurf aus der unkontrollierten Verpaarung einer Labradorhündin und einem Schäferhundrüden; die Welpen wurden verschenkt.

Blind vor Begeisterung und Faszination, nun doch endlich meinen lang ersehnten Hund zu haben, verschwendete ich damals keine Gedanken daran, was ein Hund ist, wie er wirklich tickt, welche grundsätzlichen Bedürfnisse er hat, wie er sich dem Menschen mitteilt etc.

Ich hatte mir meinen 6-wöchigen Jahresurlaub genommen, brachte ihm in dieser Zeit die üblichen, weltbekannten Grundkommandos und Stubenreinheit bei. Das sollte doch eigentlich erst mal reichen, danach würde es schon irgendwie gut weiter gehen, oder?!

Das Ende vom Lied war: mein Hund wuchs mir im wahrsten Sinn des Wortes über den Kopf.

Er nahm mich nicht die Bohne für voll, stellte mich prinzipiell in Frage und übernahm demzufolge das Kommando zwischen uns, ohne dass ich es merkte bzw. unsere Situation hinterfragte und verweigerte im Großen und Ganzen den Gehorsam - er war ja "sooo süß" und "lieb" und freundlich.

Bis auf den Jahresurlaub, in dem ich mich intensiv um ihn kümmern konnte, habe ich ihm ggü. sehr Vieles falsch gemacht, was mir allerdings erst viel später bewusst wurde. Nach nur sieben gemeinsamen Monaten war ich mit seiner Haltung schlicht überfordert und gab ihn an einen neuen, besseren Platz.

Mir wie ein Versager vorkommend, war es mir dann ganz recht, dass ich aus beruflichen Gründen viele Jahre an gar kein Haustier denken konnte - als Hundeführer schien ich ohnehin nicht zu taugen.

Als es mir wieder möglich war, ein Haustier zu halten, zog ein Kater aus dem Tierheim bei mir ein und es folgten einige Jahre Haltung von Opfern menschlicher Dummheit und Grausamkeit: 1 Kater wurde im Alter von ca. 3 Monaten in einer Tiefgarage gefunden, 1 Kätzin kurz vor knapp, "verpackt" in einer Mülltüte, aus der Mülltonne auf einem Rastplatz gerettet etc.

Im Frühjahr 2007, mein Katzenquartett bestand noch, kam ich durch eine ziemlich abgefahrene Gegebenheit wieder auf den Hund, obwohl ich gar keinen wollte: ich "verlor" gegen meinen Gino eine Wette, wodurch er bei mir ein neues Zuhause bekam. Aber auch mit ihm hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten.

Ich war zu sehr der kumpelhafte, von Katzen "zurecht gestutzte" Typ, als dass ich ggü einem "ach so armen Hund, der es ja so schwer hatte" eine ganz klare Linie vorgeben konnte/wollte - das musste ich jedoch lernen, indem ich umdachte und mich so genau es nur ging mit dem Thema Hund auseinander setzte.

Dies half mir besonders bei Panda, meinem ersten, mir anvertrauten Pflegehund und war zumindest ein "Strohhalm", als ich es mit Facundo zu tun bekam.

Ich verfüge ggf. über etwas mehr Wissen, als ein ganz normaler, völlig unbedarfter Hundehalter, aber ich bin bei Weitem weder ein Hundeexperte noch ein -profi.

Werde ich um Rat gefragt, empfinde ich das meist wie eine Gratwanderung: ich bin mir oft sicher, dass mein Tipp in der Theorie ein (vielleicht auch der) Lösungsweg ist, wenn man ihn entsprechend umzusetzen weiß. Was jedoch das Gegenüber in der Praxis daraus macht, liegt nicht in meiner Macht, weshalb ich mich meist sehr bedeckt halte und auf wirkliche, geschulte Trainer verweise, wie bspw. meine befreundete Hundetrainerin.

Was ich weiß und was ich kann habe ich mir in jahrelanger, mühevoller und vor allem kostspieliger Kleinarbeit angeeignet, wozu ich jedem nur raten kann, der es mit (s)einem, von ihm abhängigen Hund wirklich ernst meint.
 

 

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