Angsthunde

Nicht alle ängstlichen Hunde haben etwas Furchtbares erlebt. Ängstlichkeit kann viele Hintergründe haben. Der häufigste Grund ist mangelnde Sozialisierung […] Ängstlichkeit kann auch angeboren sein […] Die meisten Hunde dagegen sind selektiv ängstlich […] Selten können Hunde auch neophobisch sein […] (aus: Die zweite Chance – Hunde mit Vergangenheit von K. v.d. Leyen & I. Böhm-Reithmeier)


Eins vorweg: Den Weg, das Patentrezept einen Angsthund aus seiner (innerlichen) Starre zu helfen gibt es nicht!

Während sich für besonders allwissend Haltende, weil schon „Jahrhunderte“ im „Tierschutz“ oder sonstwie mit Hunden aktiv, darauf schwören, einen so genannten Angsthund einfach machen, ihm Zeit lassen (und ihn damit genau genommen länger als zwingend notwendig in ihrer angstbeschwerten Welt belassen), gehe ich in der Regel nüchtern und pragmatisch an „die Sache“. – Dass Nüchternheit und Pragmatismus eine Steigerung haben können, durfte ich durch den Gründer, Eigentümer sowie 1. Vorstand von Fiú’s Pfotenhilfe kennenlernen. Für diesen weiterbildenden Input bin ich nicht nur sehr dankbar, mir wurde auch wieder der Glaube an seriösem Auslandstierschutz zurück gegeben.

Nicht selten ernte(te) ich für meinen „herzlosen“, „kalten“, „arroganten“ Weg Kritik, wie man nur so grausam sein kann, es einem ohnehin ach so armen Hund so schwer zu machen?!? Verglichen an den Resultaten, entlockt mir dies allerdings nicht wirklich mehr, als ein (müdes) Lächeln und ein (meist) gedankliches: Jep! oder Mhm…

Nun, mein zweiter Angsthund wagte sich bereits ab der zweiten Woche zunehmend in sein neues Leben, schnupperte in der Fünften – stets nach Blickkontakt fürs OK von mir – verschiedenen, ausgesuchten Leuten nicht nur an deren Händen, sondern sprang an Tag 4 sogar morgens (nach wiederholter Einladung meinerseits) zu mir ins Bett. Die Zeit ließ es, durch etwa eine Stunde Kuscheln sowie spielerischem Rumalbern zu, die nächste, erreichte Stufe unseres Lebens zu festigen.
An Tag 1 von Woche 7, seit vier Tagen ab und an im „Freilauf“ an der Schleppleine unterwegs, erreichte ich bei Fiú 2 von 2 erfolgreichen Rückrufen, trotz Ablenkung durch andere Hunde, mit denen der Terrier-Mix (entfernt von mir) am Spielen und Toben war.

Dagegen steht als Fallbeispiel mindestens ein anderer (mir beiläufig, weil „selbstbestimmender“, bekannter) Angsthund, der nach gut einem Jahr immer noch – sogar im leinenlosen Freilauf! – auf Abstand zu Allem bleibt, bleiben darf, das > ihm < nicht geheuer ist. …

–  Weitere Infos folgen. –