Hallo liebes PHU-Team,Tja, wo soll ich anfangen? … Ich glaube, ich habe es „recht gut“ erwischt…
Nachdem wir uns, mein Keinfell und ich, im Lauf der Zeit aufeinander eingestellt haben, ich mich zunehmend auf sie einließ, wurde es erst recht spannend für mich: jeden Tag lerne ich neue Dinge, ohne es allerdings großartig zu merken. Mein Keinfell ist so ausgefuchst, wenn sie mich bspw. an bisherige Schrecksituationen ran und durch führt, das glaubt ihr nicht! Das Einzige, das sie noch nicht geschafft hat, ist, dass ich direkt ÜBER Gullydeckel gehe.
Dafür bin ich ein Meister im Kommen auf Abruf. Mein Keinfell habe ich fest im Blick; trotzdem gelingt es ihr immer noch, plötzlich zu verschwinden und ich muss sie suchen. Am Liebsten scheint sie das zu machen, wenn ich mich – ihrer Meinung nach – zu weit von ihr entferne und zu vergessen scheine, dass ich eben jener Meister bin.
Aber da braucht sie wirklich keine Sorge zu haben, denn ich gebe mein Keinfell nicht mehr her! Ich teile sie auch nur recht ungern, wenn wir mit unseren Freunden und deren Hunde unterwegs sind und MEIN Keinfell auch ihnen Aufmerksamkeit gibt. Aber das liegt leider nicht in meiner Macht. Naja, ok, solange sie immer nur mich alleine wieder mit nach Hause nimmt, soll es mir recht sein.
Ich darf das ja nicht so laut sagen, nicht, dass sie sich noch was darauf einbildet, aber ich mag mein Keinfell schon ganz dolle. Neben Sicherheit und Führung, habe ich nun ein festes Dach überm Kopf, stabile Wände um mich herum, regelmäßiges, leckeres Futter, interessante Unternehmungen, Spiel, Spaß und Lernen, gemeinsames chillen und viele andere Annehmlichkeiten – im Großen und Ganzen dürfte alles dabei sein, was ein Hund (wie ich) braucht.
In den ersten Monaten war ich schon recht frech: immer wenn Keinfell mal länger als etwa 15 Minuten weg war, fing ich an, die Wohnung etwas umzubauen. Entweder verzog ich alles Erreichbare auf meinen Platz oder teilte Gegenstände auf unserer beider Plätze auf. Kaputt machte ich nur wenig und wenn, dann nie etwas Wichtiges oder Gefährliches. – Das räumt Keinfell jedes Mal außerhalb meiner Reichweite, sobald sie unsere Höhle verlässt. Auch wenn es mir nicht wirklich gefällt, mal allein gelassen zu werden, so protestiere ich mittlerweile weniger oder (nur fürs Protokoll) leiser.
Im August begann für mich eine Ausbildung, bei der ich noch nicht ganz durchsteige: ich soll irgendwelche Teile finden, die andere Tiere mit sich trugen und entweder verloren gingen oder zurück geholt werden müssen, wenn sie auf ihren Wegen verstarben und Menschen diese Teile nicht selbst finden können. … Das Training ist schon spannend, die Belohung dabei phänomenal, seit Kurzem bekomme ich auch so ein helles Ding umgelegt. Es scheint etwas wirklich Wichtiges zu sein, was ich kleiner Kerl in Zukunft machen darf / kann / soll.
Keinfell sagte mal zu einem ihrer Artgenossen, dass sie sich geehrt fühle und dankbar sei, diese Ausbildung mit mir machen zu dürfen und mir dadurch eine sinnvolle Aufgabe zu geben. Würde sie das nicht tun – sie bildet mich selbst aus! – könnte sie sich in wenigen Wochen die Karten legen, sollte der wahre Terrier mit mir durchgehen. Ich weiß bis Heute nicht, was sie damit meinte!?
Gegen Ende des Sommers, wir hatten ganz schön viel Programm, beschloss Keinfell mit mir in den Urlaub zu fahren. Oh oh, Auto fahren …. war bislang nicht gerade meine Lieblingsdisziplin. Doch selbst das klappt mittlerweile echt gut, seit ich eines meiner (3) Cookie-Betten fest im Auto habe.
Mittlerweile ist es mir relativ egal, was mich als Nächstes erwarten könnte – wenn ich mit MEINEM Keinfell unterwegs bin! Von Niemandem sonst, egal ob mit oder ohne Hundefreund, lasse ich mich frei oder an der Leine mitnehmen. Bemerke ich, dass mein Keinfell nicht dabei oder wenigstens hinter mir ist, stemme ich mich fest gegen den „Entführer“ und lege den Rückwärtsgang ein.
Nicht nur im Rahmen meiner Ausbildung: ich würde Keinfell, selten mit der Wimper zuckend, überall hin folgen. Meist tu‘ ich das auch, wenn sie mich mitnimmt. Sogar ins Büro durfte ich nun schon öfters und selbst der Chef erfreut sich an mir. Das mag wohl daran liegen, dass alles super lief, als wir mal auf seinen und den Hund seiner Tochter aufgepasst haben und wir uns, der Chef und ich, persönlich kennenlernten.
Jetzt fällt mir nichts mehr großartig ein, was wir Euch noch erzählen könnten.
Auf jeden Fall danken wir Beide Euch dafür, uns gefunden und bekommen zu haben!
Ich denke, spätestens wenn ich die Ausbildung erfolgreich absolviert habe, allerspätestens nach meinem ersten, richtigen Einsatz, werde ich garantiert wieder von mir lesen lassen.
Tierische Grüße vom Bodensee und alles Gute für Euch Alle!
Euer Fiú und sein Keinfell